Häufige Fragen (FAQs)

Asylbewerber im Landkreis Havelland

Laut offiziellen Angaben des Landkreises wohnen zur Zeit 1577 Asylbewerber / Flüchtlinge im Havelland, was einen prozentuellen Anteil von 1% ausmacht. (Stand Februar 2016)

Weitere Informationen vom Landkreis Havelland

Die Homepage des Landkreises zu Thema Asyl finden Sie hier,  den aktuellen Flyer mit wichtigen Daten zu vorhandenen und geplanten Unterbringungen und dem (alltäglichen) Leben dort, finden Sie hier.


Neue Nachbarn in Schönwalde

Frage: Wo sind die neuen Nachbarn untergebracht?

Antwort: Bis vor kurzen erfolgte die Unterbringung noch im Schullandheim in der Siedlung Schönwalde. Seit dem 10. März zogen einige Familien und Einzelpersonen in die neugebaute Containeranlage im Erlenbruch. Laut den Informationen des Landkreises sind in dem Übergangsheim 400 Plätze, die nun nach und nach belegt werden.

Frage: Aus welchen Ländern kommen die neuen Nachbarn?

Antwort: Viele Bewohner kommen aus Syrien, Pakistan, Afghanistan und dem Iran.

Frage: Lernen die neuen Nachbarn bereits deutsch?

Antwort: Bis zum Ende des Asylverfahrens besteht leider kein gesetzlicher Anspruch auf Sprachkurse. Da die die Verständigung ein Hauptbestandteil von Integration darstellt, bietet die AG Sprachen neben Sprachkursen für Kinder und Erwachsen an, die in regelmäßigen Gruppenterminen stattfinden. Viele der neuen Nachbarn sind sehr engagierte Sprachschüler_innen und testen gern ihren gewonnen Sprachschatz – gern können Sie sie bei einem Treffen im Supermarkt oder auf der Straße ansprechen.


Frage: Durch welche Aktivitäten möchte die Initiative die neuen Nachbarn integrieren?

Antwort: Neben den wöchentlich stattfindenen Begegnungstreffen, in denen gebastelt, geredet und gegessen wird, erfolgen zum Beispiel Ausflüge in Museen und dem Zoo. In regelmäßigen Abständen veröffentlichen wir kleine Berichte in der Rubrik „Meldungen“ sowie Fotos in der Rubrik „Galerie“.

Frage: Ich möchte ehrenamtlich regelmäßig bei der Integration der Flüchtlinge helfen. Wie kann ich das machen?

Antwort: Jeder, der ehrenamtlich die Flüchtlinge bei ihren komplizierten Weg der Integration begleiten will, ist herzlich willkommen. Wer sich für eine Mitarbeit entschieden hat, sollte:

1. sich über die Schwerpunkte der Arbeit der Initiative auf unserer Seite informieren

2. sich eine Arbeitsgruppe als Schwerpunkt aussuchen

3. mit dem Gruppenverantwortlichen Kontakt aufnehmen (über das in der Beschreibung hinterlegte Kontaktformular)

4. nach der Entscheidung der Mitarbeit sich registrieren, um in den Verteiler der Nachrichten aufgenommen zu werden und Zugriff auf nicht öffentliche Information zu erhalten

5. den Gruppenverantwortlichen informieren, das eine Registrierungsanforderung zur Bestätigung abgeschickt wurde

6. nach dem Erhalt der Mail über die erfolgreiche Registrierung sich in den Verteiler der gewünschten Arbeitsgruppen eintragen, um regelmäßig weitere Information zu bekommen, die an die entsprechende Gruppe geschickt werden.

Frage: Da ich nicht in der Lage bin, regelmäßig ehrenamtlich zu helfen, kann ich nur nach Absprache bei außergewöhnlichem Bedarf helfen. Wo kann ich mich dafür melden?

Antwort: Wer sich über die Arbeit der Initiative informiert hat und gern helfen möchte, dass aber aus unterschiedlichen Gründen nicht regelmäßig kann oder für seine Interessen keine passende Arbeitsgruppe gefunden hat, kann sich über das Kontaktformular oder die E-Mail-Adresse melden. In der Meldung sollten kurz die Möglichkeiten einer Unterstützung beschrieben werden (z.B. nur Wochenende usw.). Die Meldung wird an die Gruppe „Feuerwehr“ weitergeleitet, deren Mitglieder sich dann bei Bedarf zu einer Abstimmung melden.

Mögliche Unterstützungsleistungen können sein:
Begleitung von Flüchtlingen zu Besuchen bei Ämtern, Ärzten, Veranstaltungen, Museumsbesuchen; Zeitweilige Kinderbetreuung bei außergewöhnlichen Ereignissen (z.B. Krankheit der Eltern); Hilfe bei Umzügen (z.B. nach Bereitstellung von Wohnraum); Hilfe beim Einrichten des bereitgestellten Wohnraumes mit Möbeln aus Spenden; Hilfe beim Ausfüllen von Anträgen; u.v.a.m.


Frage: Hat die Initiative eigene Räume?

Antwort: Die von der Gemeinde zugesprochenen Räumlichkeiten in der Straße der Jugend 1 A wurden innerhalb mehrerer Einsätze renoviert und bieten jetzt zwei kleine Büros, eine Küchenzeile und zwei Räume für Besprechungen.


Frage: Wie läuft das deutsche Asylverfahren ab?

Antwort: Herr Helmar Thieben, Rechtsanwalt aus Köln hat im Internet (http://www.mth-partner.de) die Ende 2015 angewandten Regeln eines Asylverfahrens dargestellt.

Für die Durchführung des Asylverfahrens in Deutschland ist das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zuständig. Der Hauptsitz des Bundesamtes befindet sich in Nürnberg. Das BAMF hat zurzeit etwa 20 Außenstellen, die für die individuelle Bearbeitung der Asylanträge zuständig sind. In jedem der sechzehn Bundesländer befindet sich mindestens eine Außenstelle.

Der Asylsuchende kann sich bei jeder Polizeidienststelle oder bei einer Ausländerbehörde als Asylantragsteller melden. Eine Meldung als Asylsuchender kann auch direkt bei einer Aufnahmeeinrichtung erfolgen (vgl. § 13 Abs. 3 AsylVfG).
Nach der Meldung wird der Asylsuchende, von der Stelle, bei der er sich gemeldet hat, erkennungsdienstlich behandelt (vgl. § 19 Abs. 2 AsylVfG). Das heißt, dass seine Personendaten und seine Fingerabdrücke in einem zentralen, bundesweiten Computersystem gespeichert werden.

Diese erkennungsdienstliche Behandlung ist notwendig, um festzustellen, ob der Asylsuchende bereits früher einen Asylantrag in Deutschland oder in einem Mitgliedsstaat der EU gestellt hat. Anschließend erhält der Asylsuchende eine Bescheinigung über die Meldung als Asylsuchender (BÜMA). Bei dieser Bescheinigung handelt es sich um keinen Aufenthaltstitel, wie z. B. eine Aufenthaltserlaubnis, Niederlassungserlaubnis oder Visum. Die BÜMA ist vielmehr ein vorläufiges Aufenthaltspapier mit einer begrenzten Gültigkeitsdauer und bescheinigt lediglich, dass sich die schutzsuchende Person nicht illegal, sondern zwecks Asylantragstellung in Deutschland aufhält.

Nachdem sich der Asylsuchende bei der Polizei oder der Ausländerbehörde als Asylsuchender gemeldet hat, muss er sich unverzüglich bzw. innerhalb der in der BÜMA festgehaltenen Frist bei der in der BÜMA genannten Aufnahmeeinrichtung für Asylsuchende melden (vgl. § 20 AsylVfG).

Erst in dieser Aufnahmestelle wird dann der förmliche Asylantrag gestellt. Um den Antrag zu stellen, muss der Asylsuchende persönlich bei der Außenstelle des Bundesamtes erscheinen (vgl. § 23 Abs. 1 AsylVfG).
Bei der Asylantragstellung wird der Asylsuchende in den meisten Fällen noch nicht direkt zu seinen Fluchtgründen befragt. Dafür gibt es vielmehr einen gesonderten Termin, die so genannte Anhörung.

Trotzdem kann es sein, dass im Rahmen der förmlichen Asylantragstellung bereits anhand eines standardisierten Fragenkatalogs allgemeine Fragen zur Person und zur allgemeinen Lebenssituation des Asylsuchenden gestellt werden.
Nach erfolgter Antragstellung stellt das Bundesamt dem Asylantragsteller eine Aufenthaltsgestattung gem. § 55 AsylVfG i.V.m. § 63 AsylVfG mit einer Gültigkeit von in der Regel drei Monaten aus.

Bei dieser Aufenthaltsgestattung handelt es sich ebenfalls um keinen Aufenthaltstitel. Die Aufenthaltsgestattung kann um für die Dauer des Asylverfahrens um jeweils sechs Monate verlängert werden. Für die Verlängerung der Aufenthaltsgestattung ist nach Ablauf der drei Monate die Ausländerbehörde am Wohnort zuständig.

Nach der Antragstellung folgt der wichtigste Teil des Asylverfahrens, die Anhörung. Im Rahmen der Anhörung muss der Asylsuchende alle Gründe darlegen, weshalb er das Herkunftsland verlassen musste und was ihm bei einer Rückkehr drohen könnte bzw. drohen wird. Die Anhörung stellt somit die wichtigste Grundlage für die Entscheidung über den Asylantrag dar.

Hier muss der Asylsuchende glaubhaft machen, dass er aus begründeter Furcht vor individueller Verfolgung geflohen ist und er muss deutlich machen, dass bei einer möglichen Rückkehr eine existenzielle Gefahr droht.

Es muss ebenfalls eine Kausalität zwischen der Verfolgung und der Flucht gegeben haben.

Das heißt unter Anderem, dass das Flucht auslösende Ereignis nicht bereits länger zurückliegen darf, obwohl der Asylsuchende noch länger in dem Land verblieben ist.

Asylsuchende haben grundsätzlich ein Recht darauf, in ihrer Muttersprache angehört zu werden. Dafür wird vom Bundesamt ein Dolmetscher gestellt. Der Asylsuchende hat außerdem das Recht, seinen Rechtsanwalt für Asylrecht als Begleitung mit zu der Anhörung zu nehmen.

Im ersten Teil der Anhörung werden dem Asylsuchenden dann 25 allgemeine Fragen zur Person und zur allgemeinen Lebenssituation im Herkunftsland sowie zu seinem Reiseweg gestellt.

Im zweiten Teil der Anhörung wird der Asylsuchende aufgefordert, seine individuellen Fluchtgründe zu schildern und zu erläutern, was ihm bei einer Rückkehr in das Herkunftsland droht.

Nach der Anhörung wird der Asylsuchende möglichst zeitnah einer Kommune zugewiesen. Die endgültige Entscheidung über den Asylantrag wird dem Flüchtling dann in einem schriftlichen Bescheid des Bundesamtes auf dem Postweg zugestellt.

Wichtiger Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrages ist nach bestem Wissen und Kenntnisstand erstellt worden. Die Komplexität und der ständige Wandel der behandelten Materie machen es jedoch erforderlich, Haftung und Gewähr auszuschließen.

Grafische Darstellung des Asylverfahrens

Weiterführende Informationen durch das zuständige Bundesamt für Migration und Flüchtlinge:

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge – Asyl und Flüchtlingspolitik